Lagerleben

Das Herbstlager der Jubla Derendingen ist unser Höhepunkt des Scharjahres. Mit rund 50 Teilnehmenden und 20 Leiterinnen und Leitern geht es jeweils in der ersten Woche der Herbstferien in ein Lagerhaus. In dieser Woche wird gespielt und gelacht, gewandert und die Kreativität ausgelebt. Wir geniessen spezielle, einzigartige Momente gemeinsam und erfreuen uns jeweils am tollen Zusammenhalt und den wunderbaren Geschichten, die wir während der Lagerwoche erleben dürfen.

Fotos zum letzten Lager findest du in der Galerie.

Bei Fragen meldest du dich bei der Lagerleitung Salome oder Nadja.

Lagerbericht HeLa 2020

Die Jubla Derendingen ist eine Zauberschule!

Die Posse in den vergangenen Monaten war so oft dieselbe. Unter speziellen Umständen, unter einzigartigen Umständen fand ein Event statt, aber das soll hier nicht weiter Erwähnung finden.

Unter dem Motto «Scolarius Magicus Jublatius» reiste die Jubla Derendingen am 26. September mit fast 40 Kindern und einem rund 15 Personen starken Leitungsteam ins Herbstlager auf die Mörlialp ob Giswil. Die Zauberschülerinnen und Zauberschüler erwartete eine Woche, in der sie viel lernen konnten und erleben durften. Für die Zauberlehrerinnen und Zauberlehrer bot diese Woche eine gefundene Abwechslung zum eingangs erwähnten speziellen Alltag, den man momentan erlebt. Eine Woche ohne Sorgen und Probleme für alle Beteiligten also, die unvergesslich bleiben wird.

Die Anreise am Samstag bot kalte Temperaturen und tatsächlich auch etwas Schnee und Wind auf der Mörlialp. Trotz den widrigen Wetterbedingungen galt es am Samstag, eine verschlüsselte Nachricht zu entziffern und dies nicht etwa an der Wärme, sondern im kühlen Wind rund um das Lagerhaus auf der Mörlialp. Nach diesem doch anstrengenden Tag mit Anreise und Outdoor-Aktivität ging es am Abend etwas gemütlicher zu und her. Um während der Lagerwoche den internen Austausch in der Lagergruppe zu sichern, durften alle Kinder und Leitungspersonen ihren persönlichen Eulenbriefkasten gestalten und verzieren, bevor zum ersten Mal die Betten belegt wurden.

Die Nachtruhe währte aber nicht lange, da mitten in der Nacht das gesamte Lager geweckt wurde, weil eine Leitungsperson nicht in ihrem Bett lag und auch im Haus nicht zu finden war. Draussen in der Kälte wurde die Leiterin schliesslich gefunden, einen Stein in ihrer Hand haltend und völlig desorientiert. Sie bestand darauf, dass der Stein von Bedeutung sei und noch wichtig sein würde. Zurück im Lagerhaus erzählt sie uns, dass sie sich nur an ein helles Licht erinnern kann, dank der Lehrperson für dunkle Mächte wird uns klar, dass es sich dabei um ein Irrlicht handeln musste. Dieses sollte uns noch begleiten während der restlichen Lagerwoche. Wir beschlossen, den Stein sicher aufzubewahren und uns doch noch etwas Schlaf zu gönnen.

Am Sonntagmorgen kam eine beunruhigende Nachricht seitens der Wahrsagelehrerin: Jemand würde uns den Stein stehlen, sagte diese Leitungsperson. Gemeinsam entschieden wir uns, eine Fälschung des Steines zu suchen und offensichtlich zu platzieren, gleichzeitig den wahren Stein sicher aufzubewahren. Da sich auf dem Stein eine Prophezeiung verstecken soll, machten wir es uns zur Tagesaufgabe, diese Prophezeiung herauszukristallisieren. Wir befassten uns mit den Pioniertechniken, um auch auf jublatechnischer Ebene an Sicherheit zu gewinnen. Wer weiss, vielleicht würde uns dies noch helfen. Nachdem wir den Nachmittag wiederum draussen verbrachten, hörten wir beim Zurückkehren ins Lagerhaus eigenartige Geräusche aus einem Raum im Lagerhaus. Die Hellseherin unter den Zauberlehrpersonen konnte jedoch nichts feststellen im Raum. Nach Öffnen der Tür fanden wir im Raum einen Umhang der, laut der Lehrerin gegen die dunklen Künste, von einem Dementor sein musste. Zu unserem Glück war dieser Dementor aber nicht im Raum. Der falsche Stein fehlte ebenso, was aus unserer Sicht in Zusammenhang mit dem Auftreten des Dementors stehen musste. Die Wahrsage-Lehrperson konnte uns sogleich auch mitteilen, dass dementsprechend ein freundliches Irrlicht in unserer Gegenwart zu Wege ist, was uns alle beruhigte. Nach diesem nervenaufreibenden Erlebnis und dem Abendessen verbrachten die Zimmereltern den Abend mit ihren Zimmerkindern gemeinsam und verbrachten einen gemütlichen Abend.

Beim Frühstück am Montag fiel einem unserer Jungleitenden auf, dass sein Zimmergspänli nicht zum Frühstück erschienen war. Wiederum hörten wir Geräusche aus dem Zimmer des Irrlichts und fanden dort den Zimmergenossen verwirrt aber wohlauf vor. Von Schlüsseln sprach er, die wir finden müssten, und auf den Hexenmarkt müssten wir gehen. Die ältesten Zauberlehrpersonen kannten den Hexenmarkt bereits, um auf diesen überhaupt erst gehen zu können, ist es zentral, dass man Hexenbesen mitbringt. Wir machten es uns also zur Tagesaufgabe, Hexenbesen zu produzieren. Für diese Produktion galt es zunächst Bäume zu pflanzen, anschliessend wieder zu roden und schliesslich weiter zu produzieren, bevor wir uns den Denkaufgaben auf dem Hexenmarkt stellen konnten. Nachdem wir die Nachricht gefunden hatten, dass wir uns noch einmal zum Sudokustand des Hexenmarktes begeben mussten, fanden wir dort schliesslich ein kleines Kästchen mit zwei gleichen Schlüsseln. Der Sudokumeister war geschockt, hatte er doch nicht geahnt, dass sich dort zwei Schlüssel befinden würden. Wir wussten nicht so wirklich, was wir mit den Schlüsseln anfangen sollten, behielten diese aber gut versteckt bei uns. Wiederum liessen wir es am Abend etwas gemütlicher zu und hergehen. Wir belohnten uns für das Finden der Schlüssel mit ein bisschen Wellness und Erholung, um am Dienstag wieder im Vollbesitz unserer Kräfte zu sein.

Am Dienstagvormittag beschäftigten wir uns damit, eine Kiste zu erspielen, die mit einem Schloss versehen war, zu dem unser Schlüssel hätte passen können. Dem Konjunktiv kann man es schon ablesen; wir erspielten uns zwar die Kiste erfolgreich dank unserem herausragenden Engagement, aber leider passte keiner unserer beiden Schlüssel zum Schloss an dieser Kiste. Nichtsdestotrotz hatten wir mächtig Hunger und genossen das wie immer sehr leckere Mittagessen unserer Küche, bevor wir am Nachmittag ein weiteres Mal schockiert wurden. Vor dem Nachmittagsprogramm hörten wir plötzlich, wie Türen zugeschlagen wurden, und dies obwohl alle Kinder in ihren Zimmern waren und auch das Leitungsteam keinen Lärm machte. Eine der Zauberlehrpersonen fanden wir dann völlig verkrampft im Irrlichtzimmer auf, sie gab kein Wort von sich und schien in ihrer Hand einen weiteren Schlüssel zu halten. Es war uns aber nicht möglich, ihr diesen Schlüssel zu entnehmen und wir brachten sie zum Ausruhen in ihr Zimmer. Um ihr eventuell helfen zu können, befassten wir uns am Nachmittag mit Erster Hilfe.

Als sie dann nach dem Programm am Nachmittag wieder auftauchte, war sie immer noch verstört und flüchtete richtiggehend vor uns. Wir suchten sie rund um das Haus, gingen sogar in den nahegelegenen Wald, konnten sie aber zunächst nicht finden. Erst nach einigen langen Minuten hörten wir aus einer leeren Materialkiste Laute und fanden da unsere Zauberlehrperson wieder, die tatsächlich einen Schlüssel in ihrer Hand hielt. Sie wusste nicht, wie ihr geschehen war und wieso sie sich plötzlich so komisch verhielt, aber unser nettes Irrlicht hatte sie zum Glück wieder zu uns geführt. Ihr Schlüssel passte dann tatsächlich zu der Kiste, in welcher wir einen Traumfänger fanden. Auch dieses Utensil behielten wir bei uns, es würde möglicherweise die bösen Dementoren von uns weghalten, so der Gedanke.

Der Dienstagabend stand dann ganz im Zeichen der Taufe unserer frischen Lehrpersonen. In verschiedenen schwierigen Prüfungen mussten sie ihr Können und ihr Wissen zeigen, was sie alle mit mehr oder weniger Bravour auch schafften. So konnten wir sie endgültig in den erlauchten Kreis der Zauberlehrpersonen aufnehmen.

Am Mittwochmorgen erhielten wir einen Brief einer anderen Schule, die uns zu einem Duell herausforderte. In dieser Herausforderung schrieb die andere Schule, dass wir bei einer Niederlage ihnen unsere beiden Schlüssel zu übergeben hätten, bei einem Sieg unsererseits jedoch würden sie uns den Schlüssel übergeben, den sie in ihrem Besitz hatten. Freudig nahmen wir die Herausforderung an und strengten uns während dem ganzen Tag an, um als bessere Schule siegreich zu sein und mit dem dritten Schlüssel alle in unserem Besitz zu haben, von denen wir wussten. Am Morgen bei der Orientierungskunde und am Nachmittag in einer sportlichen Aktivität gaben wir Vollgas und siegten tatsächlich im Duell. Diesen Erfolg galt es zu feiern, was wir mit dem Lagerfeuer standgemäss machten.

Zu was aber diese drei Schlüssel dienten, war uns auch am Donnerstagmorgen noch nicht so wirklich klar. Am Donnerstagmorgen wurden wir dann mit einer Karte ausgestattet, um verschiedene sportliche Tätigkeiten durchzuführen. Zum Schluss des Vormittags fanden wir eine Karte, auf der ein rotes Kreuz eingezeichnet war. Wir gingen davon aus, dass wir dort hingehen mussten, um etwas zu finden, und zwar das Buch der Wahrheit. Als wir jenes gefunden hatten, war es allerdings verschlossen mit drei verschiedenen Schlössern. Unsere Schlüssel passten tatsächlich und unsere Wahrsagelehrerin konnte mit dem Buch der Wahrheit kommunizieren und uns so helfen herauszufinden, wer der Halbblutprinz sein könnte. Die Antworten waren aber sehr unklar. Wir wussten nicht, wer von unserem gesamten Lager dieser Halbblutprinz war.

Nach einem theaterreichen Nachmittag, betätigten wir uns am Abend noch einmal sportlich, um gemeinsam als Schule stark zu sein. Stark für den Kampf, der anstand gegen unseren bösen Gegenspieler. Nachdem wir uns viel Kraft erspielt hatten, tauchten tatsächlich zwei böse schreiende Gestalten auf und die Leitenden versuchten, gegen diese anzukämpfen. Als sie jedoch zu Boden gingen, mussten alle Kinder gemeinsam den Zauberspruch aufsagen, um die bösen Gegner zu besiegen. Ein helles Licht und das Erholen des Leitungsteams waren Zeichen genug dafür, dass wir es geschafft hatten. Auch wurde uns klar, dass der Halbblutprinz keine Einzelperson sein konnte, sondern wir als Schule den Halbblutprinzen symbolisierten.

Am Freitagmorgen fand das legendäre Spielturnier der Jubla Derendingen statt. In magischen Disziplinen wie Quidditch, Gobstein und Drachenkampf mass sich das gesamte Lager ein letztes Mal in sportlicher Hinsicht, bevor am Nachmittag die Rückmeldung an das Leitungsteam gegeben wurde und nach einem fantastischen Dreigang-Menu in der Disco getanzt wurde.

So ging am Samstag mit der Rückreise eine unvergessliche Lagerwoche zu Ende. Einen grossen Dank gilt es allen Sponsoren auszusprechen und allen Eltern, die uns während der Lagerwoche ihr Vertrauen schenken. Ein riesiges Merci an die Kinder, die diese Lagerwoche erst unvergesslich werden lassen und das gesamte Leitungsteam. Ein spezielles Danke gilt es der Küche und unserem Lagermami auszusprechen. Die Küche um Roger Hänsli, Julia Knuchel und Simon Abegglen war während vieler Jahre in der Jubla tätig, leitete so manches Lager, Julia und Simon waren auch als Schar- und Lagerleitung tätig. Merci für all die tollen Jahre und geniesst den Ruhestand vom Lager. Auch unser Lagermami Christine Kohler beendet nach 10 Lagern ihre Laufbahn in der Jubla. Viele Verletzungen und viel Heimweh hat sie geheilt mit ihrer Apotheke und ihrer ruhigen Art. Sie unterstützte das Leitungsteam und nahm diesem während dieser 10 Lager viel Last ab. Merci Christine!

Für die Jubla Derendingen

Nicola Kohler